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16.12.2011, 16:47 Uhr
Vortrag zu dem Thema „Kirche und Gesellschaft“
Andreas Sturm referiert bei Evangelischem Männerkreis
Neulußheim. Der Evangelische Männerkreis hatte den Neulußheimer Theologiestudenten eingeladen um zu dem Thema „Kirche und Gesellschaft“ zu referieren. Sturm stellte dar, dass im Gegensatz zu anderen Themen in der Theologie, die Frage nach der Stellung der Kirche in Staat und Gesellschaft immer neu bestimmt werden müsse.

Neulußheim. Der Evangelische Männerkreis hatte den Neulußheimer Theologiestudenten eingeladen um zu dem Thema „Kirche und Gesellschaft“ zu referieren. Sturm stellte dar, dass im Gegensatz zu anderen Themen in der Theologie, die Frage nach der Stellung der Kirche in Staat und Gesellschaft immer neu bestimmt werden müsse. Aktuelle Ereignisse und Strömungen müssen von der Kirche reflektiert werden um sich so für die Zukunft neu auszurichten. Dabei zähle es nicht nur sich jeder gesellschaftlichen Veränderung anzupassen, sondern auch gegebenenfalls an Werten festzuhalten. Für eine solche Neuausrichtung müsse man aber bestimmen wo die Kirche steht und was man unter den Aufgaben der Kirche sehe, so Sturm. Der Referent zeigte auf, wie sich die Stellung der Kirche gemessen an Zahlen wie Mitgliedschaft, Kirchenaustritte, Taufen und Hochzeiten, aber auch an der Anzahl kirchlicher Einrichtungen verändert hat.
Nach einem kurzen Referat zu der aktuellen Stellung der Kirche in der Gesellschaft eröffnete Andreas Sturm die Diskussion und brachte hierbei Zitate von Persönlichkeiten wie Prof. Joseph Kardinal Ratzinger, Prof. Jürgen Habermas, Norbert Blüm und anderen Persönlichkeiten mit ein, um einen Ausgangspunkt für die Diskussion zu haben. Bei der Diskussion zeigten sich viele unterschiedliche Sichtweisen Kirche zu verstehen: Ist es so, dass eine Kirche die nicht dient zu nichts dient (Jacques Galliot)? Muss sich Kirche mehr auf ihre Grundsätze konzentrieren und dafür auch den Verlust von Privilegien in Kauf nehmen (Joseph Kardinal Ratzinger)? Die Gäste konnten sich trotz der unterschiedlichen Standpunkte zur Ausrichtung der Kirche mit breitem Konsens Prof. Jürgen Habermas anschließen, der forderte, dass der liberale Staat nicht darauf verzichten sollte, die politische Meinung von Gläubigen und von Religionsgemeinschaften einzuholen, da er nicht wissen kann, „ob sich so die säkulare Gesellschaft sonst von wichtigen Ressourcen der Sinnstiftung“ abschneide.
Hermann Hoffmann bemerkte am Ende der Diskussion, dass deutlich wurde wie vielschichtig dieses Thema ist und man sich von Zeit zu Zeit immer wieder bewusst machen müsse wo die Kirche sich befinde und wo sie in Zukunft hin entwickeln müsse. Das nächste Treffen des Männerkreises findet am Montag, 19. Januar statt, nähere Informationen werden rechtzeitig in der Presse bekannt gegeben.


aktualisiert von Andreas Sturm, 10.03.2012, 15:26 Uhr
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