Politiker im Gespräch mit Landwirten

Da das Hochwasser die Schwetzinger Wiesen überfluteten, traf sich eine Abordnung von Landwirten mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Andreas Sturm auf dem Grundstück vom Wiesenschütz, wo eine Übersichtskarte des Gebiets aufgebaut war.
„Dies ist der alte Sommerdamm, den wir 1980 aufgebeben haben, damit ein Naturschutzgebiet entstehen kann. Uns wurde versprochen, dass wir die Fläche vor dem neuen Sommerdamm dauerhaft bewirtschaften können, nun will man uns vertreiben“, berichtet Elfriede Fackel-Kretz-Keller. Die oftmals zitierte Machbarkeitsstudie könne, wie so viele Machbarkeitsstudien, politisch motiviert sein.
Nun sollen die restlichen 25% der Schwetzinger Wiesen, die landwirtschaftlich genutzt werden, auch zum Naturschutzgebiet werden. Die Grünen fordern den Abbruch des neuen Sommerdamms, damit dort eine Moorlandschaft entstehen kann. Dies würde einigen Bauern die Existenzgrundlage rauben und zudem den Bürgerinnen und Bürgern der umliegenden Gemeinden ein beliebtes Naherholungsgebiet nehmen. Zudem würde die Wegnahme des Sommerdammes dazu führen, dass die Schwetzinger Wiesen bei jedem kleinen Hochwasser bis zur Bebauungsgrenze Brühl überschwemmt werden.
Landwirtschaftsminister Peter Hauk informierte sich über die Vorteile einer landwirtschaftlichen Bewirtung der Wiesen. Ulli Renkert stellte dar, dass auf den Schwetzinger Wiesen regionale Produkte erzeugt werden, die ohne Bewässerung angebaut werden können. „Einerseits möchten grüne Politiker den Wasserverbrauch der Landwirtschaft noch weiter senken, der übrigens bei nur 1,2% liegt, und dann sollen Landwirte von den Gebieten vertrieben werden, die ohne Bewässerung bewirtschaftet werden können“, so Landtagskandidat Andreas Sturm.
Die Nutzung des Wassers ist ohnehin ein großer Streitpunkt zwischen Landwirten und Umweltschützern, so möchten die Landwirte den Schneckengraben säubern, da durch Schlammablagerungen kein Wasser mehr abfließen kann. „Entgegen der Behauptung, wir würden die Wiesen trockenlegen, wollen wir nur, dass das Oberflächenwasser abfließt“, sagte Fritz Fichtner, der als Wiesenschütz für die Pflege und den Erhalt des Gebiets verantwortlich ist. Peter Hauk versprach sich erneut für eine Reinigung des Grabens einzusetzen, um seinen ursprünglichen Zweck wieder herzustellen.
„Es ist die Frage, welche Art von Landwirtschaft wir haben wollen“, spricht Andreas Sturm zum Abschluss, „wenn die Familienhöfe vertrieben werden, gibt es nur noch Großlandwirte oder die Produktion wird ins Ausland verschoben, wo die Standards weitaus schlechter sind. Ohne regionale Landwirtschaft, keine regionalen Produkte.“
Den Landwirten ist es wichtig, dass ihre Arbeit im Einklang mit der Natur stattfindet, dies betrifft sowohl den Anbau von regionalen Lebensmitteln, als auch die Landschaftspflege. Andreas Sturm und Peter Hauk würdigten das Engagement der Landwirte, die einen großen Beitrag für die Menschen und die Umwelt in der Region leisten. „Landwirtschaft und Umweltschutz sind kein Widerspruch, sondern sie gehören zusammen“, so Sturm und Hauk abschließend.

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