Andreas Sturm MdL

Weniger Vorurteile und Worte des Dankes

Schwetzingen. Die Junge Union (JU) Rhein-Neckar hat im Rahmen ihrer jährlichen Dankesaktion gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Sturm die psychiatrische Nachsorgeeinrichtung St. Thomas in Schwetzingen besucht. Bei der Aktion bedankt sich die JU bei Mitarbeitern und Ehrenamtlichen in sozialen Einrichtungen und Blaulichtorganisation für ihren tagtäglichen Einsatz, einschließlich der Feiertage und zwischen den Jahren.

Mitglieder der JU Rhein-Neckar mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Sturm (links) und Prof. Dr. Gustav Rückemann sowie Einrichtungsleiter Adrian Berlinghof (rechts) in St. Thomas in SchwetzingenMitglieder der JU Rhein-Neckar mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Sturm (links) und Prof. Dr. Gustav Rückemann sowie Einrichtungsleiter Adrian Berlinghof (rechts) in St. Thomas in Schwetzingen

Daneben möchte man sich über den Arbeitsalltag informieren und in Erfahrung bringen, welche politischen Maßnahmen notwendig sind, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Da Zahlen und Berichte darauf hindeuten, dass sich die psychische Gesundheit in Deutschland über die letzten Jahre verschlechtert hat, sei es der JU ein besonderes Anliegen gewesen, eine Einrichtung zu besuchen, in der psychisch erkrankte Menschen betreut, versorgt und begleitet werden. In einem Gespräch mit dem Team um den Einrichtungsleiter Adrian Berlinghof und Prof. Dr. Gustav Rückemann wurde den JUlern die Meilensteine des Vereins St. Thomas erläutert.

Der Verein wurde 1976, ein Jahr nach der Veröffentlichung des Berichts der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages über die Lage der Psychiatrie in Deutschland, vom Psychiater und Neurologen Prof. Dr. Frank Guido Brecht gegründet. Seither ist es die Philosophie des Vereins, psychisch erkrankte Menschen menschenwürdig, wohnortnah und leicht erreichbar zu versorgen. Ziel des Vereins ist es, den Menschen durch individuelle therapeutische Maßnahmen ein möglichst selbstbestimmtes und zufriedenes Leben zu ermöglichen. Hierfür wird auf einen strukturierten Tagesablauf mit diversen Aktivitäten geachtet. So gibt es auch ein Atelier und einen Werkraum, in dem die Bewohner Auftragsarbeiten für Firmen oder handgefertigte Produkte für den Schwetzinger Weihnachtsmarkt herstellen.

Derzeit betreut der Verein in verschiedenen Wohnformen rund 300 chronisch psychisch erkrankte und seelisch behinderte Menschen, wovon etwa 40 von ihnen eine Heimat in der Einrichtung in Schwetzingen, die 2004 eröffnet wurde und in der Brecht mit seiner Familie ebenfalls für einige Jahre wohnte, geboten wird. Politischen Verbesserungsbedarf sehen die Mitarbeiter vor allem bei der Landesheimbauverordnung, den Dokumentationspflichten, die häufig in der Psychiatrie aufgrund der zu betreuenden Menschen nicht praktikabel seien, sowie der Versorgung älterer und psychisch erkrankter Menschen.

„Die Landesheimbauverordnung muss in der kommenden Legislaturperiode unter einem neuen Landessozialminister überarbeitet werden. Die aktuelle Fassung der Verordnung ist für viele Betreiber wirtschaftlich nicht tragfähig und wird vor allem vielen Bewohnern nicht gerecht“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Sturm.

Daneben hofften die Mitarbeiter wieder auf bessere finanzielle Möglichkeiten, um mehr Tagesausflüge unternehmen zu können. Diese seien für die Rehabilitation der Menschen und die Integration in die Gesellschaft wichtig. Aber auch von der Gesellschaft wünsche man sich weniger Vorurteile und mehr Offenheit gegenüber psychisch Kranker. „Es ist beeindruckend, mit welcher Hingabe und mit wie viel Herzblut sich alle Mitarbeiter für die hier wohnhaften Menschen einbringen. Als JU Rhein-Neckar bedanken wir uns für die wertvolle und unersetzliche Arbeit sowie den offenen und aufklärenden Austausch“, so der JU-Kreisvorsitzende Lance Neidig abschließend.