Andreas Sturm MdL

Secondhand-Kleiderladen als Begegnungsstätte und Beitrag zur Nachhaltigkeit

Andreas Sturm MdL besucht Secondhand-Kleiderladen des DRK in Hockenheim

Hockenheim. Um die neuesten modischen Trends ging es beim Besuch des Landtagsabgeordneten Andreas Sturm (CDU) im Secondhand-Kleiderladen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Hockenheim nur am Rande – auch wenn Sturm das eine oder andere modische Accessoire aus der aktuellen Wintersaison näher in Augenschein nahm. Doch vor allem wollte sich der CDU-Abgeordnete im Gespräch mit Manuel Wamser vom DRK näher über die Arbeit des Kleiderladens in der Oberen Hauptstraße 12 in Hockenheim sowie aktuelle Anliegen und Herausforderungen informieren. Wamser betreut für den DRK-Kreisverband Mannheim e.V. die Tafeln, Kleiderstuben und Secondhand-Kleiderläden in der Region.

Foto: Andreas Sturm im Gespräch mit Manuel Wamser vom DRK im Secondhand-Kleiderladen in Hockenheim Foto: Andreas Sturm im Gespräch mit Manuel Wamser vom DRK im Secondhand-Kleiderladen in Hockenheim

„In unserem Kleiderladen können gebrauchte Kleidungsstücke mit hoher Qualität zu attraktiven Preisen erworben werden. Das schont den Geldbeutel und schützt gleichzeitig die Umwelt und das Klima“, so Wamser. Die globale Produktion von Textilien hat sich innerhalb von zwei Jahrzehnten in etwa verdoppelt – ein Trend, der unter dem Begriff „Fast Fashion“ bekannt ist. Sowohl Qualität als auch die Dauer der Nutzung der Textilien nehmen dabei in der Tendenz ab. Der weltweite Energie- und Rohstoffverbrauch der Textilindustrie steigt kontinuierlich an. Damit verbunden sind negative Umweltaspekte bei der Textilproduktion wie steigender Wasserverbrauch, die Emission von Kohlendioxid (CO₂), der Einsatz von Chemikalien oder die Problematik der Freisetzung von Mikroplastik.

Jährlich werden in Deutschland im Durchschnitt 60 Kleidungsstücke pro Kopf gekauft. Oft würden Kleidungsstücke nur wenige Male getragen und dann ausrangiert. Hier setze das Secondhand-Konzept an, so Wamser. „Bei uns finden ausrangierte Kleidungsstücke eine neue Verwendung. Wir haben echte modische Unikate bei uns im Laden und so werden auch modebewusste Individualisten bei uns fündig. Umwelt- und kostenbewusste Menschen, aber vor allem auch Menschen mit geringem Einkommen können hier gebrauchte Kleidungsstücke mit guter Qualität zu erschwinglichen Preisen erwerben. Das Angebot wird rege genutzt“, berichtete Wamser von der hohen Nachfrage.

Möglich wird das Angebot durch Kleiderspenden von Privatpersonen. Die Textilien werden gesichtet und sortiert. „Zu den Öffnungszeiten nehmen wir jederzeit gerne Kleiderspenden an. Wichtig ist, dass die Textilien in einwandfreiem Zustand sein sollten, da sie sonst nicht verwertbar sind und wir diese entsorgen müssen“, so Wamser. Zudem sollten die Textilien passend zur Saison gespendet werden, da die Kapazitäten zur Textillagerung begrenzt sind.

Sturm sprach auch die Herausforderung der Entsorgung von nicht verwertbaren Kleidungsstücken an. Seit einiger Zeit würden die Entsorgungskosten stetig ansteigen, berichtete Wamser. Auf Dauer sei dies für gemeinnützige Kleiderstuben, Secondhand-Kleiderläden oder Altkleidersammlungen des DRK nicht tragbar. „Das kann unsere Existenz bedrohen“, unterstrich Wamser. „Kleiderstuben und Secondhand-Kleiderläden sind ein Baustein einer Kreislaufwirtschaft, die wir in der Europäischen Union und in Deutschland anstreben. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit, indem Bekleidungsstücke einer neuen Verwendung zugeführt und Textilabfälle reduziert werden. Das ist gelebter Umweltschutz. Für die Entsorgung von Altkleidern bei gemeinnützigen Organisationen wie dem DRK müssen wir eine politische Lösung finden. Hierzu bin ich auch im Austausch mit der DRK-Kleiderstube in Oftersheim“, betonte Sturm.

Der CDU-Abgeordnete hatte sich bereits im letzten Jahr in einem Schreiben an die Vorständin der AVR, Katja Deschner, und Landrat Stefan Dallinger als Verwaltungsratsvorsitzender der AVR gewandt und um Prüfung gebeten, ob die AVR als kommunales Entsorgungsunternehmen für gemeinnützige Organisationen eine Sonderregelung schaffen und eine kostenlose oder kostengünstige Entsorgung der Altkleider anbieten könnte. „Privatpersonen können über die AVR weiterhin kostenlos Altkleider entsorgen. Kleiderstuben und Secondhand-Kleiderläden reduzieren die Menge an Textilabfällen. Deshalb wäre es auch im Interesse der AVR, solche Angebote zu erhalten und zu unterstützen. Ich werde mich weiter um dieses Thema kümmern“, versprach Sturm. „Der Secondhand-Kleiderladen ist eine soziale Anlauf- und Begegnungsstätte in der Stadt. Ich freue mich, dass es ein solches Angebot in meinem Wahlkreis gibt“, so Sturm, der Wamser abschließend für den Besuch und das Gespräch dankte.